Konzerte & Party

Am Samstag in der Columbiahalle: Lady GaGa

Lady GagaDie ist ganz harmlos. Lady GaGa will bloß etwas spielen, danach wird der Spuk schon wieder vorbei sein. Dachte man. Gut, an ihrem Hit „Poker Face“ kam man nicht vorbei. Ihr Debütalbum „The Fame“ läuft ebenfalls gut. Trotzdem war es unrealistisch zu glauben, dass die 23-Jährige mit ihrer Musik auf Dauer eine Chance hat. Madonna, Britney Spears, Gwen Stefani, Pink oder Christina Aguilera – sie alle können das, was die New Yorkerin anbietet, viel besser.
Doch allmählich droht aus ein bisschen Belustigung eine ernste Angelegenheit zu werden. Diese Lady ist ausgefuchster, als man denkt. Sie hat offenbar gar nicht vor, im traditionellen Sinn als Sängerin und Songschreiberin zu reüssieren. Es geht ihr um mehr. Mit ihrem Designerteam „Haus of GaGa“ will sie sich an den Kunstkonzepten in Andy Warhols Factory orientieren, moderne Mo­de­ikone und zugleich gagantisches Glamourgirl mit eingebautem Schockfaktor sein. Ausprobiert hat sie das erstmals 2007 mit der Veranstaltungsreihe „Lady GaGa and The Starlight Revue„. Damals verschwammen die Grenzen zwischen Varietй und Musikaufführung, war das Auftreten der Darsteller von Androgynität und pornografischen Anleihen geprägt.
Inzwischen findet die Revue auf viel größeren Bühnen statt, nennt sich das Ganze „The Fame Ball Tour„. Nun gibt es für die schräge Barbie mit den vielen Perücken endgültig kein Halten mehr. Sie zeigt Haut, wo sie nur kann, den Rest verdeckt sie abwechselnd mit Ganzkörperkondomen, geometrisch gestylten Kleidchen, Netzstrümpfen und Luftblasen aus Plastik. Sex sells. Neuerdings setzt sie ihre Brüs­te sogar pyrotechnisch in Szene. Das wird sicher nicht der letzte Knalleffekt bleiben.

Text: Thomas Weiland

Lady GaGa, Columbiahalle, Sa 18.7., 20 Uhr, VVK: 33 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

Mehr über Cookies erfahren