Konzerte & Party

Am Sonntag: Animal Collective im Astra

AnimalCollective_c_BrianDeranEs ist ein Weilchen her, seit sich Animal Collective trafen, um den Nachfolger ihres stilprägenden Albums „Merriweather Post Pavilion“ aufzunehmen. Dafür reisten die vier Musiker aus ihren Wohnorten Los Angeles, Lissabon und Washington, D.C. nach Baltimore: dorthin, wo vor 15 Jahren alles anfing. Nur noch Gitarrist Josh Dibb, kurz: Deakin, lebt noch in der alten Heimat und hat dort einen Übungsraum eingerichtet. „Unsere Idee war: Wie wär’s, wenn wir es mal wieder schaffen, alle zusammen am selben Ort zu sein, drei Monate lang? Das wird für uns schwieriger, seit die anderen kleine Familien haben“, erzählt Deakin, der auf dem berühmten Vorgänger-Album pausiert hatte: einem herrlich artifiziellen Pop-Luftschloss, das in etwa so klang wie die Wiedergeburt der Beach Boys als Laptop-Projekt.

Rauer und teils kratzbürstig klingt jetzt „Centipede Hz“ – „sicher das Rockbandmäßigste, was wir je gemacht haben“, so Deakin, der die Zeit mit seinen Kompagnons sehr genossen hat. Die zuvor so grundlegenden Samples spielen nur eine untergeordnete Rolle, wichtiger sind E-Gitarre, einzelne Gesangsstimmen und skurrile analoge Sounds. „Es sollte wie ein Radio-Programm von Aliens klingen“, sagt Deakin, der das Radio als kollektive Inspiration hervorhebt: „Wir mögen die verworrene Ästhetik, die man mit Radio verbindet, den Mix aus DJ-Stimmen, Jingles und Störgeräuschen, wenn sich Frequenzen mischen.“ Wo zuletzt ausgetüftelte Ordnung herrschte, scheinen Animal Collective jetzt also beherzt Unruhe zu stiften.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Brian Deran

Animal Collective und Price Rama im Astra, So 18.11., 21 Uhr, VVK: 23 Ђ zzgl. Gebühr

Mehr über Cookies erfahren