Konzerte & Party

Am Sonntag: Jarboe in der Kantine am Berghain

jarboe_c_promoDas Comeback von New Yorks Swans glückte 2010 bekanntlich grandios. Auffällig an der Rückkehr war freilich das Fernbleiben von Sängerin Jarboe – wo doch die aparte Keyboarderin mit dem klassischen Sopran nicht wegzudenken ist aus der goldenen Band-Ära mit Album-Klassikern wie „Children of God“ (1987). Damals war sie es, die den Impuls zur Hinwendung in Richtung warmer akustischer Farben gab und zu mehr Luft zwischen den Klangblöcken. Immerhin eine Mini-Rückkehr gab es unlängst, als ­Jarboe ihrem Ex-Partner Michael Gira für zwei neue Swans-Stücke ihre melodische Stimme lieh. Zu festerer Zusammenarbeit des Duos, das lange zu New Yorks illustren Künstlerpaaren zählte, kam es nicht. Die Lieder der alten Truppe sind der Endfünfzigerin aber immer noch sehr nah. So nah, dass sie alte Songs in neuen Versionen eingespielt hat. „Indemnity“ heißt die erste Platte einer geplanten Trilogie; neue Songs stehen neben über 20 Jahre alten, darunter auch solche aus der Zeit mit ihrem Gira-Nebenprojekt Skin. Zum Klangraum wird die Sängerin dabei selbst; ihren Körper nutzt die Frau mit der Aura einer Theater-Performerin als Resonanzträger, die Stimme als Spielmaterial. Auf „Indemnity“ singt sie teils durch Filter verfremdet, teils im Kanon mit sich selbst, mal fließen mehrere Vokalspuren ineinander und erinnern dann eher an Flötentöne oder wehende Naturklänge. Ihren sanften Egotrip bestreitet Jarboe live hingegen nicht ganz allein, sondern im Trio mit Cello und Piano.

Text: Ulrike Rechel

Jarboe Kantine am Berghain, So 30.9., 21 Uhr, VVK: 13 Ђ zzgl. Gebühr (vorverlegt)

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