Emo-Mantra 

Amber Mark in der Kantine am Berghain

Musik als Therapie: Amber Mark verarbeitet in ihren Songs den Tod ihrer Mutter

Foto: Bea Helman

„Warum du? […] Ich habe alles versucht, damit du dich durchchecken lässt. Aber du warst so stur. Das habe ich wahrscheinlich von dir“, singt Amber Mark im Song „Monsoon“ zu dunklem Klavier und heftigen Regenschauern. 2013 stirbt Amber Marks Mutter. Die New Yorkerin ist damals 20. Der Tod ihrer engsten Bezugsperson raubt ihr eine Zeitlang sämtliche Lebensenergien. Tag für Tag liegt Amber Mark weinend auf dem Boden und hört traurige Lieder von Sufjan Stevens. Bis sie einen besseren Weg findet, den Schmerz zu ertragen: Nicht Musik hören, Musik machen!

2017 erscheint ihre erste EP. Sie ist Verarbeitung und Liebeserklärung zugleich. Denn Amber Mark und ihre Mutter verband mehr als nur eine Mutter-Tochter-Beziehung. Als junges Mädchen nahm Ambers Mutter sie von der Schule und reiste mit ihr um die Welt. Die beiden verbrachten viel Zeit in Indien, wo die Mutter sich tibetanischer Kunst widmete.

Dementsprechend fernöstlich geprägt ist Amber Marks Sound. Tibetanische Mantra­gesänge, Sitar-Klänge und indische Schlaginstrumente mischen sich unter einen erdigen Grundsound: ein Mix aus groovigem R’n’B und 90s-Soul. Aber auch Samba, Bossa Nova und afrikanische Rhythmen sind fester Bestandteil von Amber Marks Klangspektrum.
„Ich spiele unsere Lieblingslieder, hörst du sie?“, fragt die mittlerweile 25-jährige Amber Mark in „Monsoon“ ihre verstorbene Mutter. Die Antwort muss einfach „Ja“ sein.

Kantine am Berghain Am Wriezener Bahnhof, Friedrichshain, Mo 1.7., 20 Uhr, VVK 21,40 €

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