Konzerte & Party

Ami im Privatclub

Ein Konzert mit der erst 18-jährigen Singer-Songwriterin Ami Warning beginnt für das Publikum meistens mit Momenten des Erstaunens: Ist es wirklich diese zierliche, noch etwas pausbäckig-kindlich wirkende junge Frau im Allerwelts-Jeans-Look, aus der diese komplexe Stimme kommt? Denn wer die Tochter des Roots-Reggae-Musikers Wally Warning nicht sieht, sondern nur hört, würde ihre mit heiser-rauher, sehr variationsreicher Soulstimme vorgetragenen Balladen unbedingt einer deutlich älteren Künstlerin zuordnen: Ami singt, wie etwa in „Follow“, von dem Zwiespalt zwischen Liebe und Vernunft, von der Kraft der Leidenschaft, die das Leben – mit ungewissem Ausgang – aus den Angeln heben kann. Teenie-Schnulzen hören sich so nicht an.
Dass die Münchenerin ihre Songs selbst komponiert und auch die Texte schreibt, kann man nur als weiteren Teil ihrer überraschenden Reife registrieren. Dabei ist Ami weitgehend Autodidaktin – sofern man davon in einem Umfeld sprechen kann, in dem sie, wie sie im Interview sagt, „bereits im Bauch meiner Mutter ständig von Musik umgeben“ war. Trotzdem war es zunächst das Schreiben, das Ami mit etwa 14 Jahren als Ausdrucksform für sich entdeckte: Stimmungen und Gefühle in Worte fassen, Texte und Gedichte schreiben. Zwar zupfte sie ab und an in der Band ihres Vaters den Bass und trug auch den einen oder anderen Song vor. Als Musikerin so richtig durchgestartet ist Ami aber erst dieses Jahr: Im März erschien ihre erste CD „Part of me“, kurz darauf startete sie mit ihrer Deutschland-Tour, die sie am 19. Mai auch nach Berlin führt. Sogar Papa Wally kann man dabei erleben. Allerdings in einem Rollentausch. Nun spielt er nurnoch die zweite Geige, sprich: Im Hintergrund der Bühne bedient er den Bass.

Text: Eva Apraku

Foto: Konrad Fersterer

Ami, Privatclub, Skalitzer Str. 85-86, Kreuzberg, 19.5., 20 Uhr, VVK: 14 Euro (zzgl. Gebühren), AK: 17 Euro

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