Indie-Pop

Amy Shark spielt im Gretchen

„Adore“ war schon toll, aber Amy Shark kann noch viel mehr

Unter allen Stücken Amy Sharks ist es immer noch die 2016er-Debütsingle „Adore“ samt ihrem Szenen-aus-dem-Leben-eines-Collegegirls-Video, das bis heute am stärksten im Gedächtnis geblieben ist. Und das liegt keines­wegs daran, dass die Folgesongs aus der Feder der 1986 als Amy Billings geborenen Australierin nichts taugen würden. Im Gegenteil: Ihre 2017 erschienene EP „Night Thinker“, die neben „Adore“ auch die komplett kitschbefreiten Electropop-Balladen „Worst Girl“ und „Deleted“ enthält, versteht es, den Hörer mit einer Kombination aus klassischem Songwriting, verhangenen Indie-Pop-Sounds und abgründigen Elektronik-Elementen auf die Nachtseite der Musik zu ziehen.

Dass das so wunderbar gelingt, liegt Shark zufolge am „Lagerfeuertest“, dem sich jeder ihrer Songs unterziehen muss. Erst, wenn der Song rein akustisch mit Stimme und Gitarre funktioniert, kommt die aufwendige Produk­tion von Bass & Beats dazu. Und die hat Shark in die Hände von Mischpultmagiern wie Mark Landon aka M-Phazes gelegt, der schon Eminems 2013er-Album „Bad Guy“ die Beats beibrachte. Vor allem aber sind es ihre hintergründig funkelnden Lyrics, aus denen Amy Shark eine Welt erschafft, die ihre Songs im Meer der Songwriterinnen zu Leuchtbojen macht.

Gretchen Obentrautstr. 19 – 21, Kreuzberg, Sa 24.3., 20 Uhr, VVK 17,20 € zzgl. Gebühren

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