Konzerte & Party

Anika auf dem Festival Foreign Affairs

Anika

Die Old Vic Theatre School in Bristol besitzt den Ruf, die führende Schauspielerschmiede Großbritanniens zu sein. Dort lernten etwa Jeremy Irons, Gene Wilder und Greta Scacchi ihr Handwerk. An der benachbarten Universität studierte wiederum Sarah Kane szenisches Schreiben, bevor sie das moderne britische Theater mit beklemmenden Stücken revolutionierte. Eine ähnlich sinistre und zugleich lakonische Atmosphäre glaubten Journalisten auf Anikas selbstbetiteltem Debüt aus dem Jahr 2010 zu hören, das in Bristol eingespielt wurde. Hierher kehrte sie auch zurück, um Anfang des Jahres eine EP aufzunehmen. Wiederum begleiten unterkühlte Dub-Rhythmen Anikas Deklamation. Die Parallele zu Kanes Stücken findet die in Berlin lebende Engländerin jedoch konstruiert. „Außerdem bin ich eher film- als theatersozialisiert“, gibt die in London geborene Politologin preis. „Dennoch findet sich eine Parallele zum Theater in meinen Songs“, erklärt die Sängerin. „Ich nehme fast ausschließlich Cover-Versionen auf. Ähnlich wie die Schauspieler auf der Bühne interpretiere ich das Material.“ Dabei interessiere sie vor allem, mit Erwartungen zu spielen und diese zu brechen. „Dafür habe ich schon immer gebrannt, auch in meiner Arbeit als Journalistin: Vorurteile infrage zu stellen.“ So wird auch das Material der beiden von Geoff Barrow (Portishead) produzierten Platten nun in einem leicht verwandelten Klangmantel dargeboten werden.

Text: Ronald Klein

Anika, Foreign Affairs-Festival, Haus der Berliner Festspiele, Sa 6.7., 23 Uhr, VVK 10 Euro

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