Konzerte & Party

Anna Calvi im Huxleys

Anna Calvi

In Britannien machen sich viele neue Frauen im Pop und Rock bemerkbar, aber darum muss sich Anna Calvi nicht kümmern. Sie hat keine Konkurrenz zu fürchten. Sie ist eine Ausnahmeerscheinung. Das zeigen schon ihre Bühnenauftritte, bei denen man wegen des Aussehens und der stolzen Haltung sofort an eine Opernsängerin oder Flamenco-Tänzerin denkt. Diese Einschätzung gefällt Calvi im Interview gut. Mit der aktuellen Popmusik könne sie nicht viel anfangen. Lieber schöpfe sie Kraft aus zeitlosen Einflüssen. „Ich will das Leidenschaftliche und Romantische in den Vordergrund stellen“, sagt sie. „Ich will stark und furchtlos erscheinen. Nichts davon ist gespielt. Diese Ausstrahlung steckt von Natur aus in mir drin.“ Calvi hat das Spiel von Gitarre und Violine an der Universität Southampton studiert und die Prüfung im Fach Musik mit Auszeichnung bestanden. Es gehe ihr jetzt aber nicht darum, technisches Können unter Beweis zu stellen. „Wenn ich zur Gitarre greife und singe, ist das für mich reine Gefühlssache. Ich will nicht bloß etwas kompetent spielen, sondern es mit tiefer Überzeugung präsentieren.“ Im letzten Jahr ist das zweite Album der Tochter eines italienischen Vaters und einer englischen Mutter erschienen. Es heißt „One Breath“ und überrascht mit einigen gelungenen Veränderungen. Einige Instrumente sind neu dabei, etwa die Marimba und das Vibraphon, aber auch ein Synthesizer. Und stellenweise („Love Of My Life“) hört sich Calvi gar rockiger als erwartet an.

Text: Thomas Weiland

Foto: Roger Deckker

Anna Calvi, ?Huxleys Neue Welt, Mi 12.3., 21 Uhr, VVK 22 Euro zzgl. Gebühr

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