Konzerte & Party

Anna Ternheim im Babylon Mitte

AnnaTernheim_c_JuliaHettaIn Nashville ist man es gewöhnt, dass junge Bands auftauchen, um in der „Music City“ auf den Spuren von Legenden zu wandeln. Auch Anna Ternheim zog es zuletzt in die Country-Kapitale. Auslöser war der Kauf einer Gibson-Akustikgitarre aus den Dreißigern, die den Ehrgeiz der Autodidaktin geweckt hatte, ihre Fingerpicking-Technik zu verbessern. In Matt Sweeney fand die Schwedin, die seit einigen Jahren in Brooklyn lebt, nicht nur einen Gitarrenlehrer. Der umtriebige Netzwerker, den man für seine Zusammenarbeit mit Will Oldham, Cat Power oder Dave Grohl kennt, weckte Ternheims Begeisterung für klassischen Country, eine Spielart, die die melancholische Songschreiberin mit der federleichten, weichen Stimme bislang nur am Rande kannte. Ihr jüngstes von Sweeney produziertes Album „The Night Visitor“ sollte schließlich im Herzen von Nashville entstehen, mithilfe alter Herren wie Produzent Dave Ferguson – Langzeitgefährte Johnny Cashs –, Geiger Tim O’Brien, Mandolinenspieler Ronnie McCoury, und als Zufallsgast greift auch der 80-jährige Cowboy Jack Clement in die Saiten. Dennoch klingt „The Night Visitor“ nicht nach einem lupenreinen Nashville-Produkt. Bei Ternheims zimmerlauten, teils kleinlauten Akustiksongs assoziiert man letztlich wieder die Einsamkeit einer nächtlichen Wohnung in New York. Die warmen Country-Noten wirken darin wie schöne Erinnerungen an eine andere, sonnigere Welt.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Julia Hetta

Anna Ternheim Babylon, Mi 15. + Do 16.2., 20 Uhr (ausverkauft)

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