Konzerte & Party

Anna Ternheims Musik nimmt gefangen

Anna TernheimAuf Magnet-Club und Kalkscheune folgt nun der Postbahnhof. Der Song „What Have I Done“ schaffte es jüngst auch auf die Radioplaylisten. Der Blondschopf steht für große Gefühlsausbrüche und das Tiefgründige. Trotz Anna Ternheims stetiger Suche nach neuen Soundumgebungen, sind das die großen Konstanten, die sich auch durch ihre Auftritte ziehen – und durch die aktuelle Platte „Living On A Mayday“ ebenfalls. Anna Ternheim stellt ihr starkes, dunkles Timbre in den Dienst ebensolch düsterer und melancholischer Liedstimmungen. Herb, spröde und manchmal sogar ein wenig unnahbar stellen sich die Stücke auf. Ihre nahezu einmaligen Arrangements lässt sie von jazzigen Drums, akustischen Gitarren und Streichern umspielen. Manchmal braust die üppige Instrumentierung so auf, dass Anna Ternheim mit ihrer Stimme darin zu ertrinken droht. Live herrscht, so Ternheim, ausnahmslos ein Prinzip vor: „Es kommt nur Material zum Vortrag, dass mir selbst nicht auf den Keks geht. Ich möchte die Songs für lange Zeit spielen können.“ Das führt zu unbändiger Spielfreude und macht richtig Spaß. Wer nicht auf noch größere Distanz zu Anna Ternheim gehen will, der sollte sich flugs in Richtung Postbahnhof aufmachen. Könnte sein, dass es das letzte Konzert in solch einem vergleichsweise intimen Rahmen ist.

Text: Franz X.A. Zipperer

Foto: Monika Manowska

Anna Ternheim, Postbahnhof, Do 16.4., 21 Uhr, VVK: ab 21,30 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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