Konzerte & Party

Anthony Joseph & The Spasm Band im Postbahnhof

Anthony Joseph & The Spasm Band

Ende letzten Jahres bat das britische „Mojo“-Magazin um Aufnahmen von Cover-Songs des Stones-Albums „Sticky Fingers“. Einer der Aufträge ging an Anthony Joseph & The Spasm Band. Die sechs Musiker wählten für „Dead Flowers“ einen Funk-Groove nach The-Meters-Muster und ergänzten ihn mit Jazz-, Blues- und Rock-Zusätzen. Am Ende fügte Joseph einen gesprochenen Wortbeitrag hinzu. Mit dem Original hat das nicht viel zu tun, dafür aber umso mehr mit dem, was der aus der Karibik stammende und in London lebende Bandleader und Dichter grundsätzlich im Sinn hat. Joseph glaubt an den engen Zusammenhang der künstlerischen Formen. „Für mich ist Poesie eine Form von Musik. Poesie muss skandiert, gesungen und feierlich vorgetragen werden“, sagt er, der sich seit Mitte der Neunziger zunächst mit der schwarzen Historie beschäftigte. Etwa zur selben Zeit veröffentlichte er seine ersten Gedichtbände. Zehn Jahre später entstand die Spasm Band, mit der er inzwischen drei Alben eingespielt hat. Auf „Rubber Orchestras“, dem bisher letzten, macht uns Joseph mit den Griots vertraut, den westafrikanischen Sängern und Dichtern, er erzählt von Damballah, der obersten Instanz in der Voodoo-Religion Haitis; eine anspruchsvolle Mischung, wie geschaffen für Fans von Gil Scott-Heron, Fela Kuti oder Ursula Rucker.

Text: Thomas Weiland

Foto: Fred Thomas

Anthony Joseph & The Spasm Band, Postbahnhof, Fr 26.10., 20 Uhr, VVK 18 Euro zzgl. Gebühr

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