Konzerte & Party

Arbouretum in der Jägerklause

Arbouretum

Wenn Dave Heumann an seine frühe Prägung als Gitarrist denkt, fällt ihm sein erster Lehrer in Baltimore ein, der ihm im Hinterraum eines Musikgeschäfts Weisheiten über Sound und Tempo verriet. Inzwischen wird der Saitenmann und Sänger von Arbouretum selber von angehenden Gitarristen verehrt: Die schätzen Heumanns aus der Improvisation geborenen Soli, tief schwingende Riffs und Sound-Effekte sowie die feineren Momente auf der Akustischen. Von alldem findet sich wieder reichlich auf dem bereits fünften Album der Band, „Coming Out of The Fog“. Stilistisch weicht das Quartett nicht allzu weit ab vom warm tönenden Psychedelic-Folkrock voriger Alben wie „Rites Of Uncovering“ (2007). Die Besonderheiten liegen in der Feinabstimmung von Klangtexturen. In Songs wie „Ocean’s Don’t Sing“ etwa scheint das um Pedal Steel ergänzte Gitarrendoppel eine eigene Erzählung zu verfolgen, als Echo auf Heumanns weich gesungene spirituelle Zeilen, die sich nicht weiter mit Alltäglichem aufhalten. Das Ergebnis klingt auf unangestrengte Weise klassisch: Honiggoldene Melodien erinnern an die psychedelischen Ausläufer der Beatles, Groovestärkeres an Jimi Hendrix oder Creedence Clearwater Revival. Eigentlich wären Arbouretum gut aufgehoben im Radio, zwischen anderen Americana-Schöngeistern wie Iron And Wine oder Band of Horses. Doch hat sich auch mit „Coming Out of The Fog“ wenig am Geheimtipp-Status geändert. Für eingeschworene Fans hat das aber auch sein Gutes. Heumann ist so nach wie vor als Gitarrenlehrer buchbar.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Erik Sanchez

Arbouretum, Jägerklause, Mo 11.3., 21 Uhr, VVK: 11 Euro zzgl. Gebühr

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