Konzerte & Party

Arctic Monkeys im Admiralspalast

Arctic Monkeys

Wie Musik im 21. Jahrhundert geht? Da muss man nur die Arctic Monkeys fragen. Sie haben gezeigt, dass der Weg zum Erfolg nicht nur über Plattenfirmen und Medien führt. Fans der ersten Stunde stellten ihre Demos ins Internet, der Rest erledigte sich von selbst. „Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not“ ist bis heute das meistverkaufte Debütalbum in der britischen Popgeschichte. Die Arctic Monkeys hatten wirklich alle überrumpelt. Als alle dachten, dass Punk wieder da sei, setzte dieses Quartett aus Sheffield noch einen drauf. Es trat wie ein Überfallkommando auf, rockte rabiat und mit der zügellosen Energie, die man so hat, wenn man 20 ist. In Alex Turner hatten sie einen äußerst redegewandten Sänger in ihren Reihen. Er erzählte davon, wie man sich fühlt, wenn man ein Mädchen mit nach Hause nehmen will. Es ging um Jugend. Um Sturm und Drang. Um den Rausch der Gefühle.

Im Gegensatz zu anderen Bands, die in den Nullerjahren schnell in die erste Reihe katapultiert wurden und früher oder später in ein Loch fielen, blieben die Arctic Monkeys immer unter Strom und offen für neue Herausforderungen. Turner beschäftigte sich nebenbei mit Orchesterpop und Schlagzeuger Matt Helders widmete sich der elektronischen Musik. Als Band haben es die Arctic Monkeys innerhalb von fünf Jahren auf vier Alben gebracht. „Suck It And See“, das neueste davon, ist ein bisschen verrückt („The Hellcat Spangled Shalalala“) und ein Stück weit vom Sound des Josh-Homme-Clans im kalifornischen Joshua Tree beeinflusst. Vor allem aber ist es ein richtig gutes britisches Gitarrenpop-Album geworden. Thematisch ist es immer noch dasselbe, worüber er singt. Mädchen faszinieren ihn. Aber es klingt überlegter und verführerischer. Und deshalb auch besser.

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