Konzerte & Party

Arne Reimer: American Jazz Heroes

American Jazz Heroes

Der deutsche Fotograf Arne Reimer besuchte 50 Veteranen aus dem Mutterland des Jazz. Die meisten von ihnen haben ihre besten Tage längst hinter sich, manche standen schon in den Sechzigerjahren eher in der zweiten oder dritten Reihe. Doch dieser Band ist weder Nabelschau noch Abgesang. Es ist ein stimmungsvolles Verweilen in einem herbstlichen Biotop, das es so in wenigen Jahren schon nicht mehr geben wird, und zugleich eine Sammlung sehr individueller Augenblicke. Reimer schaut hin, wo andere wegsehen. Die Protagonisten – unter ihnen Gitarren-Pionier Jim Hall, Swing-Veteran Buddy DeFranco und Miles-Davis-Gespiele ­Gary Bartz – legen ihre viel zitierte Scheu ab, lassen den Fotografen ungewöhnlich dicht an sich heran, gewähren ihm in Wort und Bild Einblicke. Und Reimer erlaubt ihnen, schrullig zu sein, von besseren Zeiten zu träumen und ihrem ganz persönlichen Blick auf die Gegenwart Luft zu machen. Dieses Buch berührt. Für den Jazz-Liebhaber rundet es Biografien ab. Wer Jazz nicht zu seinen bevorzugten Musikrichtungen zählt, kann sich trotzdem in diesen Bildern festsaugen und sich an den Geschichten über die Lebensansprüche einer abtretenden Generation im real Existierenden berauschen.

Text: Wolf Kampmann

Arne Reimer: American Jazz Heroes, Jazz Thing Verlag, 228 S., 49 Euro

American Jazz Heroes

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