Konzerte & Party

Asaf Avidan im Kesselhaus

Asaf Avidan

Viele Fans assoziieren Asaf Avidan noch immer als Frontmann der Rockband The Mojos: eine hoch talentierte Truppe, die spielend leicht von Led Zeppelin’schem Grooverock zu leisen Folkballaden und Klezmer-Exkursen umschwenken konnte. The Mojos aber hat Avidan längst hinter sich gelassen. „Different Pulses“ hieß sein Soloeinstand von 2012, darauf rückte seine Stimme weiter ins Zentrum, dazu pluckerte ein digitaler Puls. Seit Kurzem liegt Nachfolger „Gold Shadow“ vor: „ein Trennungsalbum“, wie der 34-Jährige erzählt. „Es entstand während der Trennung von einer Frau, mit der ich sechs Jahre zusammengelebt und gearbeitet habe. Unbewusst erzählt es von dem Beziehungsende, trauriger noch: vom leisen Verfall, der diesem vorausgeht, und der sich ganz unspektakulär ereignet.“
Sein melancholisches Thema fasst Avidan in erzählerische Songstorys, musikalisch schlägt er abermals neue Töne an: von Blues mit Drama-Injektion а la Screamin’ Jay Hawkins bis zum leichten Girlgroup-Pop, angereichert mit klassisch orchestrierten Soulstücken. Um neue Impulse zu finden, vertiefte er sich in die Arbeit der Altmeister, die er bewundert: Tom Waits, Leonard Cohen und Bob Dylan. „Ich hatte keine Angst, teilweise deutlich zu zitieren“, sagt er. „Mir gefällt es sogar, dass meine Referenzen nicht mehr so verschämt daherkommen wie noch auf der vorigen Platte. Es ist mein sechstes Album, inzwischen kenne ich meine Schwächen und Stärken ganz gut.“

Text: Ulrike Rechel

Foto: OJOZ

Asat Avidan, Kesselhaus, Knaackstraße 97, Prenzlauer Berg, Do 12.3., 20 Uhr, ausverkauft

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