Konzerte & Party

Askehoug im Privatclub

Askohoug

Wenn Matthieu Aschehoug über Inspirationen spricht, vermeidet er die allzu nahe liegenden Größen. Serge Gainsbourg etwa oder auch Benjamin Biolay, die Lakoniker des französischen Chansons. Lieber nennt der Songschreiber mit dem entspannten Sprechgesang die Beastie Boys – aufgrund ihres Gespürs fürs erlesen Trashige. Oder auch Schauspieler Jean Rochefort. Nicht nur weil der Sänger dem Komödien-Veteran etwas ähnlich sieht, sondern vor allem wegen des Humors. Ohne den geht es nicht bei Aschehoug, der mit seiner schlaksigen Gestalt, seinem Rock’n’Roller-Schnäuzer und dem melancholischen Blick selbst ein wenig aussieht wie eine Filmfigur. Über den Takten seiner Band, die er Askehoug nennt, schwebt denn auch ein vernehmbares Augenzwinkern. Selbst nennt er seinen Stil „Rock’n’Roll-Dandytum“. „Die Dandyrolle gefällt mir“, erzählt der gebürtige Bretone, „sie schafft eine schützende Distanz. Im echten Leben bin ich nämlich schüchtern. Als Rock’n’Roll-Dandy kann ich da weiter gehen – ohne jemandem zu nahe zu treten. Es ist eine altmodische Art, charmant und frech zu sein, klug und auch ein bisschen versaut.“ „Smart & Piggy“ eben – so wie der Titel des Debütalbums des Pariser Trios. Der Nachfolger „Je Te Tuerai Un Jeudi“ ist wieder mit viel Ironie gewürzt. Die Band um Aschehoug an Piano und Gitarre verkuppelt ihre Storys mit trockenem Blues-Rock, trippigem Jazzrock, teils auch mit orchestralem Breitwandklang samt Bläserabteilung. Man spürt dann die Anfänge der Band, die sich lange mit Auftragsmusik für Filme und Bühnenstücke verdingte. Inzwischen sind Aschehoug seine eigenen Geschichten wichtiger.

Text: Ulrike Rechel

Askehoug + Buridane, Privatclub, Mo 9.12., 20 Uhr, VVK: 10 Euro zzgl. Geb.

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