Konzerte & Party

„Au Revoir Simone“ gastieren im Admiralspalast

Au Revoir SimoneKaum ein Stadtteil auf der Welt, dem ein hipperer Ruf vorauseilte als New Yorks Künstlerbezirk Williamsburg. Hier, im Stammkiez von Freak-, Queer- und Antifolk sind auch Au Revoir Simone zu Hause. In verträumte Kleidchen gehüllt und mit ihrer Vergangenheit als Fanzine-Schreiberinnen passen sie goldrichtig ins bohemische Eden am Rande der Megacity. Dennoch sind die drei Songschreiberinnen mit ihrer feinen Pop-Elektronika noch immer bloß ein Geheimtipp. Es muss an der Schüchternheit liegen, die bei dem Trio mehr als eine charmante Pose ist.
Tatsächlich hatten die New Yorkerinnen bis vor Kurzem mit kollektivem Lampenfieber zu kämpfen. „Ich hab mir bei unseren Auftritten über alles Mögliche den Kopf zerbrochen – etwa, ob ich einen wichtigen Brief zur Post gebracht oder ob ich irgendwas zwischen den Zähnen habe“, erinnert sich Annie Hart, die sich mit ihren Mitmusikerinnen demokratisch die Aufgaben an Tasten wie Gesangsmikro teilt. Auch auf ihrem dritten Album „Still Night, Still Light“ kommt der harmonieselige Synthpop der Band immer wohltuend gedämpft daher. Ein Gestus, der das Trio vor allzu viel Süße bewahrt. Eher schwingt am Rande eine surreale Dimension mit. Ein Grund vielleicht, warum Filmregisseur David Lynch zu den glühendsten Fans des Trios aus Brooklyn zählt. Er lud die Frauenband vor zwei Jahren persönlich zur Eröffnung seiner Ausstellung in Paris ein. Dort spielten Au Revoir Simone in der nachgebauten Vaudeville-Kulisse aus dem Albtraum-Streifen „Era­serhead“. Noch heute erinnert sich die Band begeistert zurück an ihren wohl surrealsten Auftritt. Lampenfieber hatten sie damals jedenfalls nicht.

Text: Ulrike Rechel

Au Revoir Simone, Admiralspalast, Mi 29.4., 21 Uhr, AK: 17 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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