Konzerte & Party

Au Revoir Simone im Lido

Die Welt redet viel zu wenig über Au Revoir Simone. Dabei haben Heather D’Angelo, Erika Forster und Annie Hart unter diesem Namen von 2005 bis 2009 drei Alben veröffentlicht, auf denen sich ein Lo-Fi-Synthie-Pop-Juwel nach dem anderen befindet. Ihr „Sad Song“ gehört zum Soundtrack des deutschen Blockbuster-Films „Keinohrhasen“, andere Stücke untermalten die amerikanischen Serien „Grey’s Anatomy“ und „The L Word“. Ein Run auf das Trio hat dadurch aber nicht eingesetzt. Fast folgerichtig nahmen sich die Damen aus Brooklyn nach dem dritten Album „Still Night, Still Light“ entmutigt eine längere Pause.
D’Angelo verabschiedete sich ganz von der Musik und arbeitete auf den Abschluss im Fach Umweltbiologie an der Columbia-Universität hin. Forster veröffentlichte eigene Platten und Hart ging mit anderen Bands auf Tour. Die Zukunft von Au Revoir Simone war ungewiss. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem sich die Mitglieder doch wieder gegenseitig ihre neuen Ideen vorzuspielen begannen. Von da an war der Weg zu einem weiteren Album nicht mehr weit. Das nun vorliegende Ergebnis heißt „Move in Spectrums“ und sorgt dafür, dass man sich entweder wieder oder völlig neu in diese Band verliebt. Obwohl sich Au Revoir Simone nach einem Ausspruch im Film „Pee-Wees irre Abenteuer“ aus dem Jahr 1985 benannt haben, wird der Sound von Au Revoir Simone nicht von Vorbildern aus den Achtzigern überschattet. Eher sollte man an Stereolab und Broadcast denken. Je länger man das Album hört, desto mehr ist man begeistert, wie subtil und selbstverständlich die Klänge der Synthesizer ineinander fließen.    

Text: Thomas Weiland

Foto: Flora Hanitijo

Au Revoir Simone, ?Lido, So 9.2., 20 Uhr, VVK: 17 Euro zzgl. Gebühr 

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