Konzerte & Party

Baroness im Postbahnhof

Baroness im Postbahnhof in Berlin

Dass es Baroness noch gibt, grenzt an ein Wunder. Man schrieb den 15. August 2012, als der Tourbus der US-Prog-Metaller nahe dem englischen Bath zehn Meter tief von einer Brücke stürzte. „Es regnete sintflutartig“, gab damals ein Augenzeuge zu Protokoll, „die Straße glich einem Fluss.“ Die Bilanz des Vorfalls: Sieben Leicht- und zwei Schwerverletzte, die Bandmitglieder selbst trugen Arm-, Bein- und Wirbelbrüche davon. Einige Tage später sendeten Baroness, gehüllt in Stützkorsetts und dicke Verbände, frohgemute Fotos vom Krankenbett – so als ahnten sie damals noch nicht, wie tief sich der Schock tatsächlich in ihre Köpfe eingegraben hatte. Dabei war bis dahin alles so gut gelaufen. Mit „Yellow & Green“ hatte das in Savannah, Georgia gegründete Quartett soeben ein extrem ambitioniertes Doppelalbum veröffentlicht, begeisterte Kritiken, und respektable Charteinstiege ließen vermuten, dass Baroness nach dem Sludge-Metal-Untergrund nun auch bald der Alternative-Mainstream zu Füßen liegen würde. Der Crash setzte dem vorerst ein jähes Ende. „Unser Busunfall hinterließ dauerhafte Narben, außen wie innen, körperlich wie seelisch“, begründet Bandleader John Baizley, warum Bassist Matt Maggioni und Drummer Allen Bickle Baroness verlassen hatten. Er selbst macht indes mit Gitarrist Pete Adams und neuen Musikern weiter, „weil es mir eine Richtung gibt und etwas, auf das ich mich freuen kann.“ Es geht weiter getreu Baizleys neuem Motto: „Bis die Räder abfallen.“

Text: Roy Fabian

Baroness + Royal Thunder?, Postbahnhof, Fr 11.10., 20 Uhr, ?VVK: 17 Euro zzgl. Gebühr

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