Konzerte & Party

Aufgang

Beirut, Barcelona, Paris, New York – die biografischen Eckpunkte der Formation Aufgang lesen sich wie der Dienstplan eines ­­Pi­loten.

Ebenso weitreichend wie die zurückgelegten Wege der beiden Pianisten Francesco Tristano Schlimé und Rami Khalifé sowie ihres Drummers Aymeric Westrich könnten auch ihre musikalische Errungenschaften ausfallen. Glaubt man dem aktuellen Trubel um die Band, dann ist sie im Begriff, die Technogeschichte neu zu schreiben.

Mit einer klassischen Vorbildung im Gepäck sollen Aufgang mit dem Halbwissen im Techno aufräumen und dem Genre auch unter Kennern klassischer Musik zu Akzeptanz verhelfen. Laut Tristano wird Techno gerade erwachsen und bahnt sich seinen Weg von den Tanzflächen in die Konzertsäle. Wie eine Mischung aus beidem hört sich Aufgang auch an: Klare Pianomelodien wer­den von eingängigen Beats und knarzigen Bässen umrahmt und versprühen dabei einen poppigen Charme, der an den französischen House erinnert. Kaum verwunderlich, dass ihr Drummer bereits mit Cassius und Phoenix zusam­men­gearbeitet hat.

Zwar fiel das Resultat ihrer Arbeit bisher nicht ganz so visionär aus, wie man angesichts der Bandgeschichte vermuten könnte, aber wie ein Aufgang nun mal so ist – den Lohn der Mühen erkennt man erst, wenn man oben angelangt ist.

Text: Lucas Negroni

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