Konzerte & Party

Austra in der Volksbühne

Austra

Für Katie Stelmanis beginnt das neue Jahr so, wie das alte aufgehört hat: auf Tournee. Nicht mal in der Silvesternacht wird sich die Kanadierin eine Auszeit gönnen – nach einem Jahr, in dem sie mit ihrer Band Austra nicht länger als zwei Wochen am Stück zu Hause war, in Toronto.
Gemessen daran, dass vor acht Monaten noch kein Mensch je von Austra gehört hatte, ist der Band ein Start im Schnellvorlauf geglückt. Ihre melodieselige Wave-Dance-Ästhetik passte goldrichtig in ein Jahr, in dem junge Frontfrauen mit ausgebildeten Gesangsstimmen den nachtschattigen Klang von Wave und Gothic für sich entdeckt hatten. Auf Austras Debütalbum „Feel It Break“ klingt das ungemein popselig, besonders in Gestalt der Ohrwürmer „Lose It“ oder „The Beat And The Pulse“. Besonders gut übertragen lassen sich Austras Pop-Qualitäten auf der Bühne. Statt sich als synthiezentrierter Elektro-Act zu geben, rücken Gitarre und Bass ins Zentrum, Stelmanis und das singende und tanzende Zwillingspaar Romy und Sari Lightman geben derweil ein exzentrisches Rampentrio ab – mit glasklaren Vokalharmonien. Ein wenig scheint da Stelmanis’ alte Faszination für die Opernbühne aufzublitzen: Operngesang studierte sie schließlich einst, neben klassischen Instrumenten wie Klavier und Bratsche.
Es wundert also nicht, dass es 2011 vor allem die großen Bühnen waren, etwa auf dem Tempelhofer Flughafen beim Berlin Festival, auf denen sich die Band am wohlsten fühlte: „Ich liebe es, die großen Shows zu spielen, mit Riesenbühne, Licht und fettem Sound“, erzählte die 26-Jährige unlängst in einem Interview. Ob das für das nächste Austra-Album heißen könnte, dass die Beats dicker und die Melodien noch mal hymnischer werden, wird sich zeigen. Nach dem Berliner Zwischenspiel an Neujahr geht die erste Welttournee der Band erst mal weiter.

Text: Ulrike Rechel

Austra + Touchy Mob + DJ Falko Teichman, Volksbühne, So 1.1., 20 Uhr, VVK: 20 Euro (16 Euro erm.)

Mehr über Cookies erfahren