Konzerte & Party

The Avett Brothers im Astra

The Avett Brothers

Wer hätte vor Jahren gedacht, dass ein grundbiederes Genre wie der Folkrock einmal so ein Revival erlebt und Bands wie Mumford & Sons und The Lumineers die Hallen füllen. Wohlgemerkt bei uns, im hippen Berlin. Da ist es gut, wenn die beste Band dieser Bewegung wieder vorbeischaut und mit ihren epiphanischen Momenten in der Königskategorie Maßstäbe setzt, dem Live-Konzert. Nach dem Durchbruch 2009 mit ihrem sechsten, aber ersten von Rick Rubin produzierten Album „I And Love And You“ haben sie ihre Fans in Europa nicht gerade überschüttet mit Präsenz. In Europa wurden sie Opfer eines recht fatalen Label-Wechsels, der sowohl das Erscheinen als auch die Promotion von „The Carpenter“, dem zweiten Rick Rubin begleiteten Album, behinderte. Obwohl die aus Concord, North Carolina, stammende Band sich von ihren Wurzeln in Bluegrass und Old Time Melodies entfernt hat, ist der energetische, abwechslungsreiche Stil der Band ungebrochen. Nur, dass heute manches eher nach Seattle als nach den Appalachian Mountains klingt, das Banjo weniger häufig zum Einsatz kommt als die E-Gitarre und einiges gar poliert scheint. Gleichwohl singen sie voller Inbrunst und Überzeugungskraft, kein Song spart mit Lebensweisheiten zwischen Pathos und Selbsterkenntnis, Mission und Erbauungslyrik. Das ist ihr Markenzeichen und wenn sie im rasanten Instrumentenwechsel Piano, Kick Drum, Cello und Banjo mal hingebungsvoll, mal wie die Derwische bearbeiten, ihre phänomenalen Harmoniegesänge bis in die hintersten Reihen schleudern, dann kann das Publikum von einem Fieber ergriffen werden, das Leben verändert.

Text: Christine Heise

Foto: Crackerfarm

The Avett Brothers + Grace Potter, Astra, Mi 6.3., 20 Uhr, VVK: 22 Euro zzgl. Gebühr

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