Konzerte & Party

Awolnation im Magnet

Awolnation

Eine solche Genre-Vielfalt auf einem Album hört man selten. Die Geschichte hinter Awolnations „Megalithic Symphony“ erscheint daher nur zu glaubwürdig: Nach dem Ende seiner Band Under the Influence of Giants arbeitet Aaron Bruno als Auftrags-Songschreiber, erschafft reihenweise Stücke, von denen unzählige in Schubladen verschwinden. Er beschließt, mit diesen ein Soloprojekt zu starten und knüpft aus all den brachliegenden Songs und weiteren Ideen das Debütalbum von Awol­nation. Das einzige verbindende Element ist dabei die charakteristische Stimme Brunos, die dem unberechenbaren Crossover aus Pop, Rock, Funk, Soul, Electro und HipHop einen roten Faden verpasst. „Blame it on my ADD“, singt er in „Sail“: Man solle seinem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom die Schuld dafür geben. Und vielleicht ist das tatsächlich auch ein Grund für das so wüst zusammengeworfen erscheinende Album. Während im finsteren „Sail“ der Synthie-Bass bedrohlich gegen die heisere Stimme Brunos anknarzt, setzt das klimpernde „Guilty Filthy Soul“ auf Electro-Soul mit reichlich Handclaps und im hektischen „Soul Wars“ hämmert schließlich ein Hardrock-Riff den Refrain nach vorne. Bruno räumt hemmungslos die Regale der Pophistorie der vergangenen zwei bis drei Dekaden leer. Er singt, schreit und krächzt sich durch die Stücke und macht eines klar: In eine bestimmte Schublade passt all das nun nicht mehr.

Text: Nadine Kleber

Awolnation, Magnet, So 27.1., 20 Uhr, VVK: 19,50 Euro zzgl. Gebühr

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