Konzerte & Party

Azure Ray im Comet Club

azure_rayLange, zu lange musste man auf ein Lebenszeichen von ihnen warten. Sieben Jahre liegen zwischen der Veröffentlichung des letzten Azure-Ray-Albums „Hold On Love“ und der neuen Wohltat „Drawing Down The Moon“. Erstaunlich eigentlich, denn in dieser Zeit haben sich Orenda Fink und Maria Taylor nie völlig aus den Augen verloren. Zusammen tauchten sie eine Weile in der Band Now It‘s Overhead auf. Taylor war mit mehreren ebenfalls sehr schönen Soloalben beschäftigt und Fink verbrachte ihre Zeit mit Art In Manila und O+S. Unter altem Namen wollten die Damen aber nicht mit Gewalt Neues erzwingen. Es wirkt glaubhaft, wenn Fink und Taylor über Pressemeldungen ausrichten lassen, dass es zwischen ihnen nie Streit gegeben habe. Ihre Musik erweckt den Eindruck, als ob Stress, egal welcher Art, einfach so an ihnen abperlt. Mit betörenden Flüsterstimmen, die sich zu zartem Doppelgesang verdichten, geleiten Azure Ray den Hörer durch ihre Welt der Tagträume. Darin kann man sich schon mal verlieren. Völlig fern der Realität spielt sich das Ganze allerdings nicht ab, dafür sorgt die Bodenständigkeit in Geschichten über einsame Herzen, die unzweifelhaft in der Tradition von Country und Folk stehen. Sanft eingestreute elektronische Einflüsse hieven schließlich alles ins 21. Jahrhundert. Das ist eine Mischung, die es in dieser Form sonst nicht so häufig gibt. Man muss schon ein Herz aus Stein haben, um  darin gar keinen Reiz des Besonderen zu entdecken.

Text: Thomas Weiland  

Azure Ray + Sir Simon
Comet Club, Mo 14.2., 21 Uhr, VVK: 15 Ђ

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