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„Bad Blood for the Vampyr“ im Institut für Film und Videokunst

Als Jim Jarmusch Mitte Dezember 2013 seinen neuen Film „Only Lovers Left Alive“ in Berlin vorstellte, konnte einem der Plot schon irgendwie bekannt vorkommen: Jahrhundertealte Blutsauger, die ihr Dasein im Hier und Jetzt fristen müssen, die sich dabei melancholisch in der gleichfalls schon antiquierten Rock-Kultur zwischen Wanda Jackson und Jack White einrichten und ihre liebe Not mit durch Drogen und Alk verunreinigtem Blut haben.

Bad Blood? Da gab es doch 1984 diesen 20-Minuten-Streifen „Bad Blood For The Vampyr“. Der Debütfilm der heutigen Dokumentarfilmregisseurin Lysanne Thibodeau. Die Kanadierin lebte damals in Berlin und spielte nicht nur die Farfisa-Orgel bei den Legendary Golden Vampires, sondern nahm zur Musik der Einstürzenden Neubauten und der Ärzte auch den kurzen Film über die Alltagsprobleme moderner Vampire auf. Darsteller waren u.?a. Blixa Bargeld, Oliver Schütz und Maria Zastrow, die in der Szene-Kneipe Risiko am Tresen stand. Während Thibodeau die Vampire besagtes Risiko unsicher machen ließ, durchstreifen Jarmuschs Blutsauger heute das Nachtleben von Detroit. Beachtliche Parallelen. Auch vor dem Hintergrund, dass Jarmusch bei seiner kürzlichen Promo-Visite zu erzählen wusste, dass er bereits Mitte der Achtziger einige Monate in Berlin verbracht hat. Natürlich auch im Risiko. Schön zu sehen, wie nachhaltig unsere Stadt auf Künstler wirkt.   

Text: Hagen Liebing

Bad Blood For The Vampyr, BRD 1984, Regie: Lysanne Thibodeau, 20 Min., befindet sich als 16-mm-Kopie im Archiv des Arsenal

Weitere Informationen unter www.films.arsenal-berlin.de

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