Konzerte & Party

Band Of Skulls im Lido

Band Of Skulls

Die Tür ihres Künstlerateliers in Southampton hat Emma Richardson fürs Erste abgeriegelt. Das Jahr über wird sie keine Zeit haben, um zu malen; sie wird stattdessen mit der Band Of Skulls unterwegs sein, ihrem Trio mit den ehemaligen Kommilitonen an der Kunsthochschule: Gitarrist Russell Marsden und Schlagzeuger Matt Hayward. Klar, dass ein Richardson-Gemälde nun auch das jüngste, dritte Album der Band ziert. Es sieht ein bisschen aus wie eine wilde Explosion in Gold und Silber. Das passt gut zum Sound der dritten Platte, der gewissermaßen veredelt anmutet: Ihren knappen Bluesrock haben die Briten um eine Portion Glamrock nebst Pop-Infusion verfeinert. In Balladen wie „Cold Sweat“ klingt Richardson fast wie eine Anwärterin für die nächste Bond-Hymne. „Himalayan“ heißt die Platte selbstbewusst größenorientiert. Erstmals nicht zu Hause in Southampton eingespielt, sondern im brummenden London, ist die Lieblingsära der Band nach wie vor klar präsent: die 70er, in Gestalt schwerer Riffs nach Led-Zeppelin-Schule mit großartigem Gespür für die dynamischen Welten zwischen laut und leise. Aufmacher „Asleep At The Wheel“ startet mit einem hart groovenden Riff, das auch aus dem Fundus der Queens Of The Stone Age stammen könnte, mit denen die Band Of Skulls schon auf Tour war. Im Glamrocker „Hoochie Coochie“ erinnert Richardson schließlich an eine nahe Verwandte Marc Bolans. Überhaupt ist die multitalentierte Bassistin der große Trumpf des Trios, besonders in den weichen, nie zuckerigen Momenten. Dann verströmt sie eine ähnlich unangestrengte Coolness wie Alison Mosshart von The Kills.

Text: Ulrike Rechel

Band Of Skulls + The Dope?, Lido, Mo 14.4., 21 Uhr, VVK: 15 Euro zzgl. Gebühr

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