Konzerte & Party

Band Of Skulls im Magnet Club

Band Of SkullsIn Hollywoods Soundtrack-Abteilungen finden sich immer öfter wahre Spürnasen. Auf der Tonspur des Kassenhits „Biss zur Mittagsstunde“ etwa findet sich Entdeckenswertes von Grizzly Bear, Lykke Li oder Sea Wolf. Auch die Band Of Skulls hat vermutlich Sektkorken knallen lassen, als plötzlich ein Anruf aus Hollywood kam. Ihr Song „Friends“ hatte es den „Twilight“-Scouts angetan; nun sind die Newcomer aus South­ampton gerade von einer kleinen Weltreise zurückgekehrt; sie haben ein Premieren-Event nach dem anderen abgeklappert und ihre Songs vor kreischenden Teenies gespielt. „Friends“ stand natürlich oben auf der Setliste: ein lasziv anrollender Glamrocker, der klingt, als laufe T. Rex in der Jukebox, während nebenan Black Rebel Motorcycle Club ihre Gitarren durch Verzerrer jagen. Das Stück ist eher untypisch für das Debütalbum „Death By Diamonds And Pearls„. Darauf klingt das Trio um das Gesangsdoppel Russell Marsden und Emma Richardson eher nach einer abgezockten Garage-Rock-Kombo aus dem Herzen Amerikas: Wenn Gitarrist und Sänger Marsden im rotzigen Neoblues „I Know What I Am“ Worte wie „Taco Bell“ auf „Hotel“ reimt, hat er dabei scheinbar denselben Highway-Staub zwischen den Zähnen wie The Black Keys oder Jack White. An den Mann mit dem grellen Timbre denkt man ohnehin oft. Nur gut, dass die Briten den Songwriter-Posten demokratisch auf alle drei Musiker verteilt haben. Besonders wenn Bassistin Richardson mit nachtdunkler Stimme ernsten Folkrock anstimmt wie „Honest“, dann glühen ihre Songs noch lange nach. Mancher Britrock­fan feiert die Band Of Skulls daher schon als „das größte Ding“, das Southampton je verließ – seit der Titanic.

Text: Ulrike Rechel

Foto: matt-hilde.co.uk

Band Of Skulls, Magnet Club, So 17.1., 21 Uhr, VVK: 11,70 Euro

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