Konzerte & Party

Banks: Goddess

Banks: GoddessDas in sie gesetzte Vertrauen kann man seit ihrem ersten Deutschland-Konzert in der Berghain-Kantine letzten November gut nachvollziehen. Da fiel schon auf, dass der Hype nicht auf exaltiertem Gebaren der Sängerin beruht. Banks bevorzugt sanftes, fast unscheinbares Auftreten. In „Alibi“ zeigt sie, in welche Richtung sie gehen will. Die Kalifornierin liebt anders als etwa FKA Twigs den voll entwickelten Song. Der Synthesizer wabert, die Beats klappern und darüber breitet sich eine Frau aus, die von ihrer Stimme wirklich Gebrauch macht. Ein guter Start.
Von den 14 Songs auf diesem Longplayer kennt man einige bereits. Drei waren auf der EP „London“ enthalten, weitere vier – „Brain“, „Goddess“, „Drowning“ und „Beggin’ for Thread“ – wurden vorab als Singles ausgekoppelt. Aber das ist nicht erheblich.
Es spricht für die Qualität des Albums, dass es auch über die verbleibenden sieben Tracks genug zu sagen gibt. Mit „You Should Know Where I’m Coming From“ versucht Banks, in die Stimmregion einer Adele vorzudringen. Das gelingt nicht ganz. In „Someone New“ lässt sich die 26-Jährige zur Abwechslung vom Spiel einer Akustik-Gitarre begleiten. Eigentlich ist das die simpelste Lösung der Welt, aber es passt hervorragend. Lobenswert ist auch das sanfte Blubbern, das sich durch „Warm Water“ zieht. „Under the Table“ schließlich klingt wie ein Song zu später Nacht, wenn der Pianist an der Bar seine letzten Jazz-Songs spielt.
Ist Banks also tatsächlich die neue Heilsbringerin? Ganz so hoch sollte man sie nicht hängen. Aber Banks füllt den feingliedrigen Pop-Soul, der gerade Trend ist, mehr mit Leben als artverwandte Kollegen. Das ist schon mal eine ganze Menge.

Text: Thomas Weiland

Banks, Goddess (Harvest/Universal)

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