Konzerte & Party

Barbara Morgenstern im Festsaal Kreuzberg

barbara_morgensternDass man Barbara Morgenstern mit Berliner Wohnzimmerkonzerten assoziiert hat, ist lang her. Spätestens seit sie auf Weltreise war für das Goethe-Institut, ist ihr Blick weltläufig. Schon durch das fein tönende Elektropop-Album „The Grass Is Always Greener“ von 2005 zog sich das Thema Makro- und Mikrokosmos – ein Spannungspaar, dem sich die Songschreiberin mit klarem Blick näherte. Auf ihrem neuen Album „bm“ führt die 36-Jährige diese Haltung weiter. „Reisen schärft die Sicht auf die eigene Umgebung, dein eigenes Leben“, sagt sie. Viel dreht sich um Berlin, aber ein Loblied auf die Wahlheimat stimmt Morgenstern nicht an. „Ich habe in keiner anderen Stadt das Gefühl, dass man so abgeschnitten voneinander ist wie hier“, sagt die Songschreiberin. „Manchmal habe ich den Eindruck, das ist nicht das wahre Leben. Aber du bist schließlich selbst Teil davon; also kannst du darüber nicht ohne kritische Selbstbeleuchtung nachdenken.“ Deutlicher als sonst, weniger lyrisch, klingen Morgensterns Zeilen: „Berlin reißt ab, was die Stadt interessant macht“, singt sie in gewohnt melodischer Alt­lage, oder: „Warum existiert dieser Druck, immer mit dabei zu sein?“ Die elektro-akustischen Arrangements sind einerseits sperrig und zerklüftet, andererseits klingen sie harmonisch und edel. Das liegt vor allem am zentralen Instrument, dem Piano – genauer einem Konzertflügel, der im Haus der Kulturen der Welt steht. Die At­mosphäre erinnert nun weniger an Clubs oder Wohnzimmer-Auftritte; sondern führt in weite Räume, mit Luft zum Atmen.

Text: Ulrike Rechel

Barbara Morgenstern Festsaal Kreuzberg, Fr 14.11., 21.30 Uhr, VVK: 12 Ђ; Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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