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Baroness im Magnet

Baroness

Dass Baroness keine eindimensionale Metal-Band ist, war schon immer daran zu erkennen, dass sie Farben mag. Kein Schwarz, kein düsteres Dunkelgrau. Ihre Platten heißen „Red Album“ und „Blue Record“. Nun gesellt sich das Doppelalbum „Green & Yellow“ dazu. Seit ihren Anfängen im Jahr 2003 entfalteten und verfeinerten Baroness eine Mixtur aus smoothen bis schweren Grooves, furiosen Riffs und hymnischem Gebell. Der vorläufige Gipfel kam mit dem blauen Album: Derartig virtuos und brillant waren die Gitarrenläufe, so komplex, überraschend und doch logisch die Arrangements, dass es fast schon schmerzte. Auch auf der neuen Platte werden zwar reichlich Verstärker und Verzerrer benutzt. Trotzdem dürfte die Platte eine Zäsur darstellen im Schaffen der Band, die vielen neben Mastodon als Speerspitze des archaischen Radaus gilt: Das Gebrüll ist weitgehend Gesangslinien gewichen, die Ruhemomente gestalten Baroness nun zu ausgedehnten Ausflügen in hippiesken Folk und flirrenden Synthie-Pop. „Härte, das ist für uns anno 2012 keine Frage der Saitenstimmung und der Lautstärke. Es hat vielmehr mit einem Gefühl, einer Idee oder Zielmarke zu tun“, sagte John Dyer Baizley dazu in einem Interview. Das eint Baroness mit anderen Bands, die mit einer ähnlich langen Geschichte aufwarten, wie etwa Thrice, die plötzlich auch mit zarten, ja zerbrechlichen Tönen um die Ecke kamen. „Nach fast einem Jahrzehnt auf Tour musst du herausfinden, was dich inspiriert. Und das sind nicht dieselben Dinge wie im Alter von 22“, sagt Baizley. „Das wäre auch schrecklich.“

Text: Roy Fabian

Foto: Jimmy Hubbard

Baroness, Magnet, So 5.8., 20 Uhr, VVK: 15,50 Euro

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