Konzerte & Party

Basia Bulat im Comet

Basia Bulat

Basia Bulat ist als Tochter polnischer Eltern in Toronto aufgewachsen. Die 29-jährige Singer/Songwriterin lacht. „Es gibt immer wieder Leute, die sagen, ich sei ja so polnisch! Aber dann sagen mir Polen, ich hätte gar nichts Polnisches und sei eine typische Kanadierin. Mein Polnisch jedenfalls ist eher dürftig, vor allem bei der Grammatik!“ Sie sagt das mit typischem Toronto-Akzent. Und in ihrer Musik, findet man da möglicherweise Spuren polnischer Traditionen? Vielleicht wie bei der Amerikanerin Neko Case, die die alten Geschichten ihrer ukrainischen Großmutter als starke Quelle für ihr Songwriting nennt. „Doch, das spielt auch bei mir eine Rolle. Meine Großmutter und mein Großonkel haben viel gesungen, polnische Volkslieder. Das hat meine Art zu singen, meine Melodien und Harmonien sicher stark beeinflusst. Wie dann aber auch die ganzen Singer/Songwriter aus Kanada, die ich ständig im Radio gehört habe: Joni Mitchell, Buffy Sainte-Marie, Neil Young, Leonard Cohen.“ Erstaunliche Vorbilder, sind die doch immerhin alle über 40 Jahre älter als Basia. „Ja, unter meinen Altersgenossen war ich mit meinem Musikgeschmack wirklich eine Außenseiterin. Ich hörte ständig nur einen einzigen Radiosender auf Mittelwelle. Die Bezeichnung ‚Golden Oldies‘ finde ich ja fürchterlich, aber so haben sie das genannt. Klassische Popmusik und Soul der 50er- und 60er-Jahre. Girlgroups wie die Shangri-Las, Shirelles und die Supremes fand ich toll. Soul-Sänger wie Sam Cooke und Otis Redding. Und Odetta. Sie hat mein Interesse an Folkmusik ausgelöst.“ Basia Bulats Musik auf ihren bislang drei veröffentlichten Alben „Oh My Darling“, „Heart Of My Own“ und ganz neu „Tall Tall Shadow“ hat tatsächlich starke Folk-Wurzeln, aus denen zauberhafte melodische Blüten treiben. Mit vielfältigen Farben aus Jazz und Rock. Getragen von einer berauschend ungekünstelten Stimme, in der Spuren der Timbres von Joni Mitchell, Sandy Denny und Heather Nova zusammenfinden zu Basia Bulats ganz eigenem starken Ausdruck. Und dann ist da noch Basias Instrumentarium, das ihren Songs eine individuelle und sehr abwechslungsreiche Note verleiht. Neben Gitarre, Klavier, Orgel spielt sie akustische Folkinstrumente wie Autoharp und Dulcimer, Charango, aber auch so Exotisches wie Pianoette oder Ukelin. „Das Witzige ist, dass ich das gar nicht als so exotisch empfinde. Ich mag es einfach, dass einen diese Instrumente noch wirklich überraschen können. Wenn man zum Beispiel eine Autoharp elektrisch verstärkt, bekommt das klassische Folk-Instrument plötzlich einen völlig neuen Charakter.“

Text: H.P. Daniels

Foto: Caroline Desilets

Basia Bulat, ?Comet, Mi 30.10., 20 Uhr, VVK: 12 Euro zzgl. Gebühr

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