Konzerte & Party

Beach House in der Volksbühne

BeachHouse_c_liz_flyntzDie Musik ist meist romantisch, es pappt immer ein bisschen in den Ohren. Noch vor dem Refrain geht eine Slideshow im Kopf los: Sonnenuntergang am Strand, Meeresrauschen und die ganze heile Welt als Hipstamatic-Foto. Wenn sich eine Band dann auch noch Beach House nennt, ist das fast ein bisschen zu viel. Für Victoria Legrand und Axel Scally kein Problem: „Wir wollten mit unserem Bandnamen einen Ort benennen, an dem unsere Musik existieren kann“, so Legrand. „Wir versuchen erst gar nicht, diesem Dream-Pop-Ding zu entfliehen, das wird immer Teil unserer Musik bleiben“, sagt Axel Scally. Einfache, harmonische Melodien, langsam, ruhig, sphärisch, dazu die klare, helle Stimme von Legrand, Streicher, Klavier, Orgel. Musik, die ohne Verzerrungen und überraschende Wendungen auskommt. Legrand und Scally leben in Baltimore, Maryland – nicht gerade ein Ort, der für seine romantischen Ecken bekannt ist. Man denkt an die Serie „The Wire“, an Drogen, Gewalt und Armut; einen Strand gibt es in der Hafenstadt nicht. Beach House machen Dream-Pop, der ein Utopia schafft, der einen in ein Paradies außerhalb des Alltags mitnimmt, in ein Haus am Strand. Natürlich pappt das in den Ohren. Daran ändert auch das neue, dritte Studioalbum nichts. Auch die Songs auf „Bloom“ kommen wieder ohne Ecken und Kanten aus. Langweilig wird die Musik deshalb aber nicht, ein bisschen Alltagsflucht tut ganz gut. Vielleicht sollten Beach House ihre  Konzerte sogar nach draußen verlegen, dann kann man sich ins Gras legen, die Augen schließen und nur noch genießen.

Text: Katharina Wagner

Foto: Liz Flyntz

Beach House Volksbühne, So 27.5. 20 Uhr, ausverkauft 

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