Konzerte & Party

Beady Eye in der Columbiahalle

Beady EyeMan kann nicht davon ausgehen,  dass er über herausragende Fähigkeiten zur Selbstreflexion verfügt, aber wenn sich Liam Gallagher mal in Ruhe hinsetzt und die jüngsten Ereignisse Revue passieren lässt, wird auch er merken, dass 2011 nicht sein Jahr ist. Daran sind nicht allein die britischen Plünderer vom Sommer schuld, die seinen Modeladen in Manchester schwer verwüstet haben. Der Hauptgrund, der Liam zu denken geben sollte, ist seine neue Band Beady Eye. Anfangs war man ja schon gespannt, was der kleine Bruder und die Überbleibsel von Oasis zu bieten haben. Aber das Album „Different Gear, Still Speeding“ ist eine Enttäuschung. Liam, früher mit eroberungshungriger Ausstrahlung gesegnet, wirkt erstaunlich zahm, ganz nach Mutters Geschmack. Und die Band ist keinen Deut besser. Gem Archer, Andy Bell und Chris Sharrock gucken sich überall etwas ab, egal ob bei den obligatorischen Beatles, den Stones, Led Zeppelin, The La’s oder Jerry Lee Lewis. Mit diesem uninspirierten Rundumschlag bestätigt sich der Verdacht, dass Liam ohne seinen großen Bruder Noel aufgeschmissen ist. Seine Sprüche in der Presse sind immer noch lesenswert („Beady Eye werden größer als Oasis“), aber die Musik kann mit der Qualität der Zitate nie und nimmer mithalten.

Text: Thomas Weiland

Beady Eye + The Moons, Columbiahalle, Fr 14.10., 20 Uhr, VVK: 30 Euro

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