Konzerte & Party

Beady Eye im C-Club

Beady Eye

Als seine Band im Oktober 2011 in Berlin zu Gast war, machte Liam Gallagher eine Erfahrung, die ihm zuletzt kurz nach der Pubertät widerfahren war: Er musste in einer halb leeren Halle auftreten. Nach dem lauten, aber orientierungslosen Debüt „Different Gear, Still Speeding“, neigte man dazu, Beady Eye als schlechtere Oasis-Variante abzutun. Jetzt wird mit einem neuen Produzenten gegen dieses Vorurteil angekämpft: David Sitek (TV On The Radio, Foals, Yeah Yeah Yeahs). „Uns hat sich mit ihm eine neue Welt eröffnet, und er ist ohne Zweifel der beste Produzent, mit dem ich jemals gearbeitet habe, ein richtiger Outlaw. Er schert sich einen Dreck um Regeln“, so Gallagher, den es wahrscheinlich in seinem Stolz getroffen hat, dass Noel ihn mit seinem Solowerk im vergangenen Jahr an die Wand gespielt hat. Und das, obwohl Liam seine drei Oasis-Gefährten Andy Bell, Gem Archer und Chris Sharrock bei der Stange gehalten hat. Auch Jay Mehler (Ex-Kasabian) zählt neuerdings als dritter Gitarrist zum Line-up. Gemeinsam zeigen sie sich auf „BE“ überraschend experimentierfreudig – Kassetten-Samples, Gesprächsfetzen und iPhone-Sounds inklusive. Sitek dazu: „Die Platte ist ziemlich trippy. Die Instrumentierung ist die einer Rockband, die allerdings ganz anders zum Einsatz gebracht wird.“ In der Tat strotzt das Album vor progressiven Ansätzen, auf die üblichen Sixties-Verweise wird aber trotzdem nicht verzichtet. Verglichen mit dem Vorgänger klingt das weniger ungestüm und teilweise sogar aufregend komplex. Ob das auch live gelingt, bleibt abzuwarten. Zur Not zeigt sich Liam Gallagher halt mal wieder von seiner besten Seite: unbeeindruckt.

Text: Jan Schimmang

Foto: Nick Griffiths

Beady Eye, C-Club, 2.7., 21 Uhr, VVK: 34 Ђ zzgl. Gebühr

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