Konzerte & Party

Bear Hands im Privatclub

Bear Hands

Wahre Freundschaft beginnt mit dem gemeinsamen Vertilgen eines Hasch-Brownies. Zumindest im Fall von Bear-Hands-Sänger Dillon Rau und Gitarrist Ted Feldman. Die beiden lernen sich Mitte der Nullerjahre auf demselben New Yorker Musik-College kennen, das auch MGMT, Santigold und Amanda Palmer besuchten. Im Gegensatz zu den Karrieren ihrer Kommilitonen verläuft Raus und Feldmans aber längst nicht so gerade. Immer wieder steht die gemeinsame Band kurz vor dem Aus. Die Gründe sind vielfältig: Drogensucht, psychische Probleme, Streitigkeiten. Doch Rau gibt nicht auf; Bear Hands sollte keine Band sein, von der man sagt, nach der ersten EP sei Schluss gewesen. Die Mitglieder finden wieder zusammen, beginnen Therapien und werkeln am Debüt „Burning Bush Supper Club“, dessen Fertigstellung trotz Raus Hartnäckigkeit ganze drei Jahre dauert. Infolgedessen bekommen Bear Hands die Gelegenheit, vor bekannten Acts wie Vampire Weekend und The xx zu spielen. Auf ihr Tempoproblem hat die gesteigerte Aufmerksamkeit jedoch keinerlei Auswirkung. Nach vier Jahren (!) erscheint nun ihr zweites Album, das passenderweise „Distraction“ heißt. Soundtechnisch nisten sie sich darauf zwischen Indie-Rock, Post-Punk und Radio-Pop ein. Während die Strophen meist etwas psychedelischer und experimenteller daherkommen, geben sich die Hooks der Eingängigkeit hin. Haupterkennungsmerkmal bleibt aber zweifelsfrei Raus rasanter Sprechgesang.

Text: Henrike Möller

Bear Hands, Privatclub, Skalitzer Straße 85-86, Berlin-Kreuzberg, Di 19.8., 20 Uhr, VVK: 14 Euro zzgl. Gebühr

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