Konzerte & Party

Bear\s Den in der Berghain-Kantine

Bear's Den

Extreme Ereignisse können Menschen zusammenschweißen. Der Verlauf des Videodrehs für den Bear’s-Den-Song „Elysium“ etwa. Der Filmemacher, den die Briten dafür gewonnen hatten, drehte in seinem Freundeskreis in Seattle; plötzlich schoss ein Amokläufer um sich und traf einen der Freunde tödlich. Aus dem Film sollte etwas anderes werden als geahnt: ein Abschiedssong, bei dem sich die Bilder und die leise anwachsende Folk-Hymne auf fast unheimliche Weise gut ergänzen. „Elysium“ bildet das Herzstück des Debütalbums der Band, die mit Londons Neo-Folk-Szene verbandelt ist: Zusammen mit Ben Lovett von Mumford & Sons gründete Kevin Jones das Label Communion, um für seine Freunde eine Plattform zu schaffen. „Die Open-Mic-Szene in London hat uns fraglos geprägt. Das, was dort vor ein paar Jahren passierte, war schon etwas Besonderes: eine Bündelung von Talent. Ständig gab es etwas zu hören, das sich wirklich lohnte, ob Laura Marling, Johnny Flynn oder auch Mumford & Sons.“ In der freundschaftlichen Umgebung trafen Jones und Sänger Andrew Davie auch ihren fehlenden dritten Mann, Gitarrist Joey Haynes. Auf ihrem Erstling „Islands“ geht es feinstofflicher zu als bei den Folk-Stars um Marcus Mumford; ein Banjo gehört zwar zur Besetzung, doch denkt man dabei eher an leisen Siebziger-Folk а la John Martyn oder Simon & Garfunkel. Das Gedämpfte passt zum Kern der Songs: den Storys über die kleinen und großen Katastrophen des Daseins.

Text: Ulrike Rechel

Bear’s Den, Berghain-Kantine, Rüdersdorfer Straße 70, Friedrichshain, Di 14.10., ?21 Uhr, VVK: 17 Ђ zzgl. Gebühr

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