Konzerte & Party

Beatallica im frannz

BeatallicaZunächst ergibt eine Ver­schmel­­zung des Sounds von ausgerechnet Metallica und den Beat­les wenig Sinn. Die Schnittmenge beider Bands erscheint einfach zu gering. Dann aber gibt es durchaus Gemeinsamkeiten: Mit jeweils gefühlten 95 Trillionen verkaufter Platten stehen die kalifornischen Thrash-Metal-Erfinder und die bri­tischen Pop-Innovatoren zumindest in den internationalen Verkaufslisten nahe beieinander. Zudem gelten beide für ihr jeweiliges Genre als prototypisch.
Trotzdem bedarf die Musik von Beatallica keiner tieferen Analyse. Handelt es sich bei der amerikanischen Band doch um ein reines Spaßprojekt. Die Uniformen der „Sgt. Pepper’s“-Beatles kombinieren die Musiker mit Metal-typischen Langhaarfrisuren – und eben­so verhält es sich auch mit der Musik. Im Gegensatz zu ähnlich konzipierten Projekten wie den Punkles – und hier wird’s interessant! – begnügen sich Bea­tallica jedoch nicht mit dem schnöden Covern von Beatles-Songs im Metal-Modus – ihre Titel wie etwa“Hey Dude“ sind zumeist Kreuzungen bekannter Songs beider Referenz-Bands. Unterlegt mit satirischen Texten und mitunter pubertären Verballhornungen.
Die Veröffentlichungspolitik der eigenwilligen Truppe verhielt sich übrigens stets antizyklisch zur allgemeinen Entwick­lung im Musikgeschäft. Als noch mehr als drei Leute CDs kauften – zur Gründung der Band Anfang des Jahrtausends –, verzichteten Beatallica auf Alben und stellten stattdessen ihr gesamten Њuvre gratis zum Download auf der Home­page bereit – man befürchtete Urheberrechtsklagen. 2007 aber nahmen Beatallica doch noch ein reguläres Album auf – „Sgt. Hetfield’s Motorbreath Pub Band“. Zu dieser Zeit hatte Beatal­licas Ruf als veri­table Liveband sich bereits über die Grenzen der USA hinaus verbreitet. Und selbst die offenbar doch humorbegabten Metallica bekann­ten sich jüngst zu ihren Fun-Epigonen.

Text: Thorsten Groß

Beatallica, frannz, Sa 11.4., 21 Uhr, VVK: 12 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

Mehr über Cookies erfahren