Konzerte & Party

Ben Watt im Haus der Berliner Festspiele

Ben Watt

Es gibt Alben, mit denen man nicht gerechnet hat. Zu ihnen zählt ganz sicher „Hendra“ von Ben Watt. Die Musik darauf hat wenig mit dem gemein, was diesen Mann in den vergangenen 20 Jahren beschäftigt hat. Watt hatte sich Mitte der 90er mit Everything But The Girl der elektronischen Musik zugewandt. Nach Auflösung der Band organisierte er in London Clubnächte, außerdem kümmerte er sich bis 2013 um das Label Buzzin’ Fly, das anspruchsvollen Vertretern von Deep House und Techno eine Heimat bot. Aber nun, mit 51, kehrt er aus heiterem Himmel zu seinen Wurzeln zurück. Er macht da weiter, wo er 1983 mit seinem schüchternen Debüt-Folk-Album „North Marine Drive“ aufhörte. Jetzt, mit der Erfahrung der ganzen Jahre, hört sich alles selbstsicherer an. Das liegt einmal am nörgelnden Spiel der Gitarristen Bernard Butler und (in einem Fall) David Gilmour, aber auch an Watt selbst. Aus einer angenehmen inneren Ruhe heraus reflektiert er über Erlebnisse aus der Vergangenheit. Das Wort „Hendra“ bezieht sich auf Farmland in der Grafschaft Cornwall, auch ein Ferienpark ist dort so benannt. Es geht aber auch um die eigene Familie, besonders um Gefühle der Trauer nach dem jüngsten Tod der Schwester. Daraus erwachsen ein Biss und eine Hingabe, die Watts Musik guttun und ihm einen blendenden Neustart verschaffen.

Text: Thomas Weiland

Foto: Justin Sutcliffe 2013

Bew Watt, Haus der Berliner Festspiele, Sa 28.6., 23.00, VVK 22 Euro zzgl. Gebühr

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