Konzerte & Party

Berlin Festival: Konzertnotizen zu Chilly Gonzalez

GonzalesStandard bei seinen Auftritten ist der unvermeidliche Bademantel, den der sich völlig verausgabende Musiker wirklich braucht. Diesmal kam seine ganze dreiköpfige Begleitband, u.a. Mocky an den Drums, ebenfalls in weißer Bademantelgarnitur auf die Bühne. Mit zwei Konzertflügeln und zwei Schlagzeugen entwickelten die Herrn schon beim Auftaktsong eine sagenhafte Dynamik, die die Besucher sofort in den Bann zog. Nach einigen älteren Songs zog das Quartett den ersten „Ivory Tower“-Trumph aus dem Bademantelärmel. Das in diesem Jahr erschienene Konzeptalbum entstand mit Hilfe von Boys Noize, der sich zwei Mal kurz auf der Bühne sehen ließ und später selbst die Massen auf der Hauptbühne beschallte. Erwartungsgemäß blieb Gonzalez auch bei seinem 45minütigem Auftritt seinen Mitmach-Prinzipien treu und lotste eine willige Besucherin auf die Bühne, die kurz die Tasten bei einem vom Maistro mit prägnanter Stimme intonierten Rapsong übernahm – komischerweise sind es fast immer Frauen, die auserwählt werden. Ihr unverfrorener Auftritt brachte der Mutigen den Kommentar ein: „Oh, ein sehr funkiges Frau“. Und ein sehr funkiges Musiker, selbst wenn er den Langweiler-Klassikhit „Für Elise“ spielt.

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