Konzerte & Party

Between The Buried And Me im Lido

JustinReichFestzumachen, was Between The Buried And Me denn nun genau machen, erscheint ein hilfloses Unterfangen. „Wir schreiben, was wir schreiben wollen“, so sagte es Gitarrist Paul Waggoner unlängst. Und das Quintett aus Raleigh, North Carolina, will viel, ach was, alles: Den Bombast, die Mathematik, das Meisterwerk. Sicher, der Kern ihres Schaffens bestand immer aus Death Metal und Hardcore. Und mit „Colors“ setzte die Band schließlich einen Meilenstein in Sachen kreativer Raserei: Zu all dem wahnwitzigen Geballer und Gegniedel gesellten sich nun auch noch klagende Balladen, Kriegsgesänge, Kinderlieder und Shantys. Und das über mehr als eine Stunde Laufzeit so kolossal arrangiert, dass man sich fragen musste: Was soll da noch kommen? So einiges.

Der „Colors“-Nachfolger „The Great Misdirect“ war eher ein Verschnaufen, aber „The Parallax“ soll der nächste große Wurf werden: Das Konvolut aus einer bereits 2011 veröffentlichten EP und dem nun erscheinenden Album „Future Sequence“ sei ihre bis dato gewaltigste Produktion, heißt es seitens der Band. Erstmals gibt es mit einer Art Scifi-Erzählung ein übergreifendes inhaltliches Konzept, zudem wurden zum Ausbau der ohnehin schon horizontweiten Klangbreite Bläser und Geiger ins Studio eingeladen. Alles greife ineinander, „als könne man in die Platte eintauchen“, sagt Sänger Thomas Rogers. Im Video zu dem neuen Stück „Astral Body“ lässt sich das nachvollziehen: Gottgleich steuert da ein geisterhafter Guru die Zerstörung der Welt, dazu setzt es abermals Riffs und Rhythmen, die sich in schwindelerregendste Höhen schrauben. Jetzt greifen sie endgültig nach den Sternen.

Text: Roy Fabian

Foto: JustinReich

Between the Buried and Me + Periphery + The Safety Fire Lido, Fr 19.10., 19 Uhr, VVK: 21,50 Ђ zzgl. Gebühr 

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