Konzerte & Party

The Bevis Frond im Bassy

Bevis Frond

„Wenn jemand Londons überdrüssig ist, ist er des Lebens überdrüssig“, hat Schriftsteller Samuel Johnson einmal festgestellt. Lange hat auch Nick Saloman an die Richtigkeit dieser bekannten Worte geglaubt. Er lebte zwar recht weit weg vom Zentrum der britischen Metropole, in Walthamstow am nördlichen Ende der Victoria-Linie, aber dort konnte er sowohl mit der Musikszene der Stadt in Kontakt bleiben als auch Ruhe für seine versponnenen Ideen finden. Saloman liebt psychedelische Rockmusik, spielt gerne ellenlange Soli, schreibt melancholische Texte und widersetzt sich professionellem Klang.
Nachhören kann man das bei seiner Band The Bevis Frond, von der es seit 1987 regelmäßig neue Alben gegeben hat. In den letzten sieben Jahren herrschte dagegen Funkstille, weil plötzlich etwas passierte, was nach Verständnis vieler Engländer gar nicht möglich ist: Der Bandleader hatte von London die Nase voll. Er musste raus aus dem Moloch, um wieder atmen zu können. Das scheint gar nicht so einfach zu sein. Saloman lebt jetzt in Hastings an der Südküste, aber die Vergangenheit holt ihn auch dort immer wieder ein.  
Das neueste Bevis-Frond-Album heißt „The Leaving of London“ und die Titel tragen Namen wie „An Old Vice“ oder „Why Have You Been Fighting Me?“. Was Saloman aus diesem Stoff macht, ist bemerkenswert. Es gibt kompakte Songs mit richtigen Melodien zu hören und stilistisch wirkt es mit Abstechern in Richtung Folk, Pianoballade oder Punkrock abwechslungsreicher denn je.

Text: Thomas Weiland

Foto: Peter Stevens Photography

Bevis Frond, Bassy, So 15.1., 21 Uhr, VVK: 15 Euro

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