Konzerte & Party

Biffy Clyro im Kesselhaus

BiffyClyroKürzlich konnten Biffy Clyro ausprobieren, was ihre Songs in den Sportpalästen dieser Welt her­­machen. Muse hatten die Schotten als Vorgruppe gebucht; nicht wenige Fans hielten die Glas­go­wer später für das spannendere Ereignis des Abends. Der Arenen-Testlauf zeigt, in welche Richtung es die Biffy Clyro zieht. Das Klangbild der einstigen Studententruppe ist der Probengarage längst entwachsen, die Songs haben sich von Hardcore-Kantigkeit in Richtung Schönklang entwickelt. Ihre Metamorphose in Richtung Pop-Grandezza hat mit dem jüngsten Album „Only Revolutions“ neue Blüten getrieben. Kaum ein Song, der nicht in einen hoch fliegenden Chorus gipfeln würde: Da wäre der epische Rocker „Mountain“, der smart mit 80s-Funk flirtende Groover „Born On A Horse“ oder das Riff-Geschoss „Bubbles“; Songs, die sich alle­samt als künftige Fanlieblinge empfehlen. Dass unterwegs Stil-Ikone Josh Homme ein paar Gitarrengriffe beisteuerte, erwähnen die Briten denn auch nur am Rande. Der Mann war halt in der Gegend, als das Trio in Los Angeles im Studio weilte. Auch dass das Albumcover Pink Floyd-Stamm­fotograf Storm Thogerson angefertigt hat, deutet die Sphäre an, die Biffy Clyro für sich anpeilen. Selbst spricht Sänger Simon Neil unumwunden von „Verwandlung“, erklärt, dass man die früher teils kniffeligen Songstrukturen vereinfacht und von rhythmischen Über­ra­schungs­manövern befreit habe. „Nothing beats a good Riff or good Groove“, findet der 30-Jährige. Ein Versprechen, dass seine Band einlöst – und obendrein mit klasse Melodien im Dutzend versüßt.

Text: Ulrike Rechel

(Verlässlich gut)

Biffy Clyro

im Kesselhaus, (verlegt vom Postbahnhof)
So 13.12., 20 Uhr, VVK: 21 Ђ

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