Konzerte & Party

Bill Callahan im Astra

Bill Callahan

Elf Alben hat Bill Callahan unter dem Namen Smog aufgenommen. Dann war Veränderung angebracht. Viel Spielraum gab es nicht. Callahan ist von Natur aus Songschreiber und Geschichtenerzähler. Trotzdem unterscheidet sich das, was der 44-Jährige seither unter eigenem Namen veröffentlicht hat, schon merklich vom früheren Schaffen. Lange hatte er sich auf minimale und stoische Akustikmusik mit Country- und Folk-Betonung festgelegt, die ihn mit fast schon besessen zelebrierter Melancholie zum Bruder im Geiste von Bonnie Prince Billy machte. Einen ersten Bruch stellten die von Streicher- und Bläserarrangements begleiteten Songs auf  „Sometimes I Wish We Were An Eagle“ dar. Nimmt man nur den Titel des neuen Werks „Apocalypse“ für sich, könnte man meinen, Callahan mache einen Rückzieher und verfalle wieder in monotone Moritaten, doch dem ist nicht so. Im zentralen Stück „America!“ schlägt Callahan erst patriotische Töne an, ehe er sich mit Outlaw-Interpreten des Countrys solidarisiert und die Fehltritte der Politik geißelt. Und immer wieder tauchen Jazz-Elemente auf. Hier passieren spannende Dinge.

Text: Thomas Weiland

Bill Callahan, Astra, So 15.5., 21 Uhr, VVK: Stehplätze 20 Euro

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