Konzerte & Party

Billy Talent in der Max-Schmeling-Halle

Billy Talent

„Wir haben nie gesagt, dass wir etwas Ähnliches wie ‚Billy Talent II‘ machen müssen“, sagt Jonathan Gallant, Bassist der kanadischen Band. Und dennoch klingt das neue Album „Dead Silence“ sehr nach diesen alten Zeiten. „Es ist definitiv ein Blick in die Vergangenheit, was Ideen und Sounds angeht, aber trotzdem sind wir als Band musikalisch weiter gewachsen.“ Die Abkehr von Brendan O’Brien, der das reichlich kritisierte und von Fans mit erheblichem Stirnrunzeln aufgenommene dritte Album produziert hatte, hat der Band gut getan. Dessen Hang zu den „heavy Grunge-Sounds“, wie sie Gallant nennt, führte eher weg von dem, was Billy Talent bis dahin etabliert hatten: Alternative Rock mit einem geschickten Händchen für Melodien. „Brendan ist eine Legende und wir haben wahnsinnig viel gelernt. Wir wollen diese Möglichkeit von damals keinesfalls missen“, sagt Gallant, „aber als wir angefangen haben, am vierten Album zu arbeiten, war uns klar, dass es Zeit für einen Wechsel ist.“ Nun ist Billy Talents Gitarrist Ian D’Sa für die Produktion verantwortlich und trägt seiner Band auch vom Songwriting her einige Aufgaben auf: Er schickt nicht nur Sänger Benjamin Kowalewicz stimmlich in noch größere Höhen und fängt mit dem hektischen „Man ­Alive!“ erstmals die überragende Live-Energie der Band perfekt ein. Er schrieb seinen Kollegen neben einigen lupenreinen Metalriffs auch reichlich Popzeilen auf die Saiten. Gallant steht zu diesem neuen, weicheren Gebaren der Band: „Wenn man viel beieinander ist, dann kommt manchmal auch der fröhliche Part durch. Das Beste daran ist aber doch, dass man einfach dazu singen muss. Und so was muss man auch erst mal schreiben können.“

Text: Nadine Kleber

Foto: Dustin Rabin

Billy Talent + Arkells + Anti-Flag, Max-Schmeling-Halle, Sa 13.10., 20 Uhr, VVK: 37 Euro zzgl. Gebühr

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