Konzerte & Party

Bis Sonntag: Das JazzFest Berlin

JazzFest Berlin

Jazz und Polen, das hat auf Anhieb gepasst. Die originär amerikanische Musik traf zwischen Danzig und Krakau schon kurz nach Stalins Tod 1953 auf fruchtbaren Boden. Sozialisiert zwischen Bebop und Sozialismus reifte eine Musikergeneration heran, die bis heute den polnischen Jazz prägt. Allen voran der Komponist und Pianist Krzysztof Komeda, aber auch Trompeter Tomasz Stanko, Pianist Andrzej Trzaskowski und die Saxofonisten Zbigniew Namyslowski und Jan Ptaszyn Wroblewski formulierten eine eigenständige Ausdrucksweise, erschufen einen europäischen, viel mehr einen „polnischen Jazz“. Als Pioniere übernahmen sie Tradition und Technik ihrer Vorbilder, ließen sich aber zugleich von der heimatlichen Melodik und Sensibilität leiten. Das diesjährige JazzFest lässt nun dieses Kapitel der Jazzgeschichte Revue passieren. Angefangen mit einer Doku über den 1969 verstorbenen Komeda und einem Konzert seines Weggefährten Tomasz Stanko. Die mittlere Generation wird von den Oles-Zwillingen, dem Pianisten Leszek Mozdzer und dem Saxofonisten Adam Pieronczyk vertreten, welcher in den 90ern begann, Jazz mit einer Punkattitüde zu kreuzen. Der 25-jährige Adam Baldych, als Jüngster im Bunde, schließt wieder den Kreis, indem er sich der polnischen Spezialität der Jazzgeige annimmt.

Text: Jacek Slaski

Jazzfest Berlin 2011, Haus der Berliner Festspiele, Quasimodo u.a., Mi 2. bis So 6.11., VVK: 5-35 Euro

Weitere Informationen: Berliner Festspiele

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