Konzerte & Party

The Black Angels im Lido

The Black Angels

Der Song, der endgültig zu dieser Band überlaufen lässt, heißt „Broken Soldier“. Darin geht es um einen Soldaten, der im Auftrag des Vaterlands in den Krieg geschickt worden ist und dann im Angesicht des Grauens, das er mit anrichtet, die Welt nicht mehr versteht. The Black Angels versuchen, sich in diesen Mann hineinzuversetzen und seinen Zwiespalt zu beschreiben. „Töten ist schwer, wenn man nicht weiß, auf welcher Seite man steht“, singt Alex Maas unterstützt von einem pochenden Beat und einer Twang-Gitarre. Er lässt Worte der Warnung folgen: „Wird man noch derselbe sein, wenn das hier vorbei ist? Man wird niemals derselbe sein, wenn das hier vorbei ist.“ Plötzlich befindet sich die ganze Band im Zustand heller Aufregung und dreht auf. So etwas konnte man von The Black Angels nicht erwarten. Die vier Musiker gehören zum Kreis der psychedelischen Bands und damit in den Augen vieler zu einer Gattung von Menschen, die sich gehen lassen und überhaupt nicht an Realitätssinn interessiert sind. Ganz offensichtlich haben diese Texaner jetzt den Punkt erreicht, an dem es ihnen reizvoll erscheint, solche Vorurteile zu torpedieren. Ihr aktuelles Album „Indigo Meadow“ steckt voller Verweise auf den Sound der 13th Floor Elevators, den auch aus Austin stammenden Großvätern des psychedelischen Rocks. Aber es hört sich viel disziplinierter als beim Original an. Egal, in welche Richtung es gerade geht, ob es härter, ruhiger oder verwegener wird: Immer erkennt man ein Ziel und latente Lust auf Pop. Und The Black Angels haben zudem einige Themen gefunden, die aufwühlen und antreiben. Deshalb sind sie besser denn je.

Text: Thomas Weiland

Foto: Courtney Chavanell Photography

The Black Angels, Lido, Mi 3.7., 21 Uhr, VVK: 18 Euro zzgl. Gebühr

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