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The Black Eyed Peas: „The Beginning“

Black Eyed Peas: The BeginningVorläufiger Höhepunkt der Erfolgsbilanz: drei Top-3-Hits aus dem Album „The E.N.D.“ und ein ausverkauftes Konzert in der O2 World. Und kein Ende in Sicht. Andere Musiker klagen über Erfolgsdruck und verkrampfen, die Black Eyed Peas aber brauchen keine 18 Monate für ein neues Album. Und sind auch noch bester Stimmung! Aufdringlich gut gelaunt malträtieren sie die Sinne gleich zu Beginn mit dem Refrain aus der Dirty-Dancing-Schmonzette „(I’ve Had The) Time Of My Life“. Ausgerechnet. Diese Band kennt einfach kein Erbarmen, wenn es darum geht, Hooklines zu entwickeln, die sich ohne Rücksicht auf die Schmerzgrenze ins Hirn brennen.
Einen Stilwechsel entdeckt man auf „The Beginning“ nicht. Die Kalifornier machen im Großen und Ganzen da weiter, wo sie mit dem Vorgänger aufgehört hatten. Auto-Tune-Gesang ist weiter vorhanden und ergibt im Zusammenspiel mit europäisch beeinflusster elektronischer Clubmusik durchaus Sinn. Der unverständlicherweise ebenfalls populäre David Guetta hat für „The Best One Yet (The Boy)“ noch mal vorbeigeschaut, ansonsten haben dieses Mal will.i.am selbst und DJ Ammo (Kelis) den größten Teil der Produktion übernommen. Die beiden richten ein ganz schönes Durcheinander an. In „Fashion Beats“ spielt das Sample aus Chics „My Forbidden Lover“ auf die Disco- und Filter-House-Ära an, während will.i.am als quakender Vocoder-Frosch und Fergie als Debbie Harry (zu Zeiten von „Rapture“) ein Gesangsduett abgeben, das an die Muppets erinnert. Auf den Wortgehalt überprüft man das Album besser gar nicht. „All these girls, they like my swagger, they callin’ me Mick Jagger, I be rollin’ like a stone, jet-setter, jet-lagger“, reimt Rapper Taboo. Zu Silvester oder am Ballermann kommt so etwas vielleicht ganz gut. Sonst tut es ganz schnell weh.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Uninteressant

The Black Eyed Peas, The Beginning (Interscope/Universal)

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