Konzerte & Party

„Black Lips“ im Lido

Black Lips

Black Lips? Über einen Mangel an Bands mit ähnlichem Namen kann man nun wirklich nicht klagen. Die Farbe Schwarz ist bei Indie-Rockern sehr beliebt, aber nicht zwangsläufig als Hinweis auf düstere und mulmige Musik zu verstehen. Bei den Black Lips schon einmal gar nicht. Ihr Debütalbum erschien 2003 in den USA bei Bomp! Records. Das kleine Label versteht sich seit den Siebzigern als Heimstätte für junge, aufstrebende Garagenrock-Bands. Die Black Lips wussten das zu schätzen und nahmen sich gleich mal alle Freiheiten. Sie tobten nach Lust und Laune und kümmerten sich nicht darum, ob der Sound richtig ausgesteuert ist, die Akkorde korrekt getroffen werden und der Gesang üblichen ästhetischen Anforderungen genügt. Wann immer es ging, suhlten sie sich genüsslich im Chaos. Auf Konzerten ganz besonders. Man übergab sich, urinierte, zog sich aus oder brannte im wörtlichen Sinne ein kleines Feuerwerk ab. Lange sah es nicht so aus, als können sich Black Lips von solchen Infantilitäten lösen. Doch nun haben sie mit „Arabia Mountain“ das mit Abstand beste Album ihrer Karriere vorgelegt. Endlich klingen die Songs von Anfang bis Ende durchdacht und spürt man ein disziplinierteres Auftreten. Die alte Frische ist deshalb nicht verloren gegangen. Ihre Randale hat jetzt einfach nur System.

Text: Thomas Weiland

Black Lips, Lido, Di 13.12., 21 Uhr, VVK: 17 Euro

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