Roots

Black Milk & Nat Turner im Yaam

Rohe Rebellion: Black Milk versöhnt mit seiner Band Nat Turner Hip-Hop und Jazz

Foto: Promo
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Kamasi Washingtons Meilenstein „The Epic“ rief 2015 wieder in Erinnerung, wie eng die Geschichte des Hip-Hop mit dem Jazz verwoben ist. In den frühen 1990ern reaktivierte Gang-Starr-Wortschmied Guru mit seinem Project Jazzmatazz Größen wie Roy Ayers, Lonnie Liston Smith und Donald Byrd; davon inspiriert zeigten sich später Cratedigger – manische Plattensammler – wie Madlib, die aus der Vergangenheit des Jazz immer neue Verbindungslinien zum Hip-Hop zogen.
Der Detroiter Produzent und Rapper Curtis Cross nimmt diese Spuren unter seinem Künstler-Alias Black Milk ebenfalls auf, aber wie schon bei Washington dient der Jazz in seiner Interpretation nicht bloß als Asservatenkammer des guten Geschmacks. Er ist auch ein wichtiger Bezugspunkt afro-amerikanischer Geschichte. Die vierköpfige Band, mit der Cross sein aktuelles, programmatisch betiteltes Album „The Rebellion Sessions“ aufgenommen hat, nennt sich Nat Turner, nach dem Anführer des Sklavenaufstands im Jahr 1831. Radikal ist das gerade mal 26 Minuten lange Album in der rohen Qualität der Aufnahmen. Musikalisch zitieren die überwiegend instrumentalen Stücke Miles Davis’ elektrische Phase und spirituell angehauchten Souljazz der 1970er Jahre. Aufgenommen wurde das Album in weniger als einer Woche, was einiges über das tighte Zusammenspiel der Musiker verrät. Sie sind eine verschworene Einheit, deren Stärken live besonders zur Geltung kommen.

Yaam An der Schillingbrücke Friedrichshain, Sa 17.12., 21 Uhr  VVK 16 € zzgl. Gebühren

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