Konzerte & Party

Black Seeds im Yaam

Black Seeds

Neuseeland steht in der weltweiten Wahrnehmung immer im Schatten Australiens. Dies hat die größeren Städte, das größere außenpolitische Gewicht und oft auch die größere Klappe. Nur im Rugby, da haben die Kiwis die Nase vorn. Und im Reggae. Dank der Black Seeds aus Wellington. Verwunderlich ist das nicht. Schließlich entspringen die Black Seeds einer Nation, deren Lebensart mit der des Reggae durchaus korreliert: Man lebt auf einer Insel mit fantastischen Stränden, ist dem Genuss gewisser Kräuter nicht abgeneigt und erhebt das Motto „No worries“ zur Lebensmaxime. In Neuseeland ist folglich eine umtriebige Szene gediehen, die sich auch international Gehör verschaffen konnte. Und die Black Seeds gehören neben Fat Freddy’s Drop zu deren Speerspitze. Seit Ende der Neunziger und nunmehr fünf Langspielplatten hat das mal sechs, mal sieben, dann wieder zehn Musiker umfassende Kollektiv an seiner Variante des Tschicktschick-Wahwah-Sounds gefeilt. In ihrer Heimat seit den Anfangstagen mit Gold und Platin überschüttet, schafften sie mit „Into The Dojo“ schließlich auch in Europa den Durchbruch. Geholfen hat der Band dabei, dass sie im Gegensatz zu vielen Kollegen erst gar nicht den Versuch unternimmt, die jamaikanischen Originale im Hinblick auf Gestus und Slang zu kopieren. Kein „Riddim“, kein „Brothas and Sistas“, stattdessen nahezu unschuldig anmutende Texte, die sich vor allem um die gute alte Liebe drehen. Und was die Sache mit der Nachbarinsel angeht, da gibt sich die Band ganz entspannt: Für das Riff in „Loose Cartilage“, einem gewitzten Instrumental zwischen Garagenrock und Jazz, hat sie sich von AC/DC beeinflussen lassen.

Text: Roy Fabian

Foto: Proville Records

Black Seeds, Yaam, Do 16.8., 21.30 Uhr, VVK: 19 Euro zzgl. Gebühren

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